"Making Sex Revisited: Dekonstruktion des Geschlechts aus biologisch-medizinischer Perspektive"
(rezensiert von Johannes Ungelenk)
Die Ausgangslage ist spannend: hatte Thomas Laqueurs Making Sex: Body and Gender from the Greeks to Freud die Geschichte der Konstitution ‚biologischen‘ Geschlechts erzählt, scheint Heinz-Jürgen Voß, als diplomierter Biologe, prädestiniert einen Beitrag zu diesem Projekt beizusteuern auf den viele Lese_rinnen Laqueurs sehnsüchtig warten dürften: eine Analyse der Konstitution von ‚biologischem‘ Geschlecht in kontemporären biologisch-medizinischen Theorien und Praktiken. Tatsächlich gipfelt Heinz-Jürgen Voß‘ Buch in einem dritten, abschließenden Kapitel zu Theorien der Geschlechtsdetermination in aktueller medizinisch-biologischer Forschung. In den beiden vorbereitenden Kapiteln wendet er sich, wie der Titel schon erwarten lässt, Thomas Laqueurs Projekt zu. Jedoch nicht mit dem Vorhaben, es zu referieren um lediglich ein Kapitel ergänzen zu können. Er wendet sich dem Projekt zu, um einen zweiten, ruhigeren und aufmerksameren Blick auf das zu werfen, was auch Laqueur für seine Geschichte zur Verfügung gestanden war – Theorien zu ‚biologischem‘ Geschlecht vom antiken Griechenland bis heute. Voß tut dies mit einer etwas anderen Perspektive und einem signifikant anderen Ziel: hatte Laqueur wie Foucault eine Geschichte der Brüche fabriziert, eine strategische Erzählung, deren Relevanz sich aus ihrer eigenen Performanz speist, legt Voß eine in chronologischer Reihenfolge geordnete, bunte Enzyklopädie vor, die die Theorien in knappen Skizzen möglichst getreu abzubilden versucht. Die dabei vorsichtig ausgemachten Trends erzählen keine progressive Geschichte, auch wenn die Betonung von „Wandel und Kontinuität“ ein lineares Geschichtsbild impliziert. Die Ideale dieses Vorgehens sind dementsprechend andere als die Laqueurs: während das Corpus Laqueurs aus dem besteht, was der Erzählung zuträglich ist, beansprucht eine Enzyklopädie größtmögliche Vollständigkeit und getreue Abbildung. Voß‘ Corpus ist folglich deutlich umfassender, kleinteiliger strukturiert, die Auswahl der Texte vermeidet die exklusive Fokussierung auf spezifische Bereiche wie Physiologie oder Anatomie, um auch Verschiebungen der betrachteten Merkmale aufzeigen zu können. mehr
Mehr Informationen zum Buch finden sich hier (Link zur Verlagsseite) und weitere Rezensionen hier.
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Proteste gegen das rassistische Machwerk von Sarrazin - und seine Vorstellung beim "Internationalen Literaturfestival":
am Montag, den 30. August 2010, um 10.00 Uhr vor dem Haus der Bundespressekonferenz! Mehr Infos unter: http://rechtspopulismusstoppen.blogsport.de
Ein Protestschreiben kann man hier unterzeichnen: http://www.mrbb.de/
Weitere ausführliche Informationen finden sich hier: http://gladt.de/
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Das Gartenfest der Bundeswehr in Hannover: Wie wikileaks.org zeigt, sterben in Afghanistan weit mehr Zivilist_innen, als wir über die Medien, über Angela Merkel, Guido Westerwelle und Theodor zu Guttenberg erfahren. Keineswegs beliebt sind die westlichen Soldat_innen, wie wir immer glauben sollten. Aber: In Hannover feiert die Bundeswehr, schmiert sich Schnittchen und trinkt Prosecco. Nicht mit uns! Es finden Porteste dagegen statt - Informationen finden sich hier. Einige Tage vorher - am 5. August - wird im Rahmen eines Friedensbiwaks (Vortrag und Podiumsdiskussion) über aktuelle militärische Entwicklungen und die Bedeutung der Bundeswehr für Hannover diskutiert - Infos.
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Queerfeministische Ökonomiekritik?
Eine Randnotiz zum Ende des Kapitalismus
(von Salih Alexander Wolter)
Ein kleines Aufmerken verdient es doch, dass sie den Kapitalismus jetzt auch endlich – nein, nicht weggehauen, sondern dekonstruiert haben. Kathrin Ganz und Do. Gerbig nämlich, die so was natürlich am PC erledigen. Was sie in der arranca! 41 unter dem üppigen Titel Diverser leben, arbeiten und Widerstand leisten: Queerende Perspektiven auf ökonomische Praxen der Transformation veröffentlicht haben, nennen sie einen Beitrag zur „queerfeministischen Ökonomiekritik“. Aber in dem Aufsatz wird bloß Diversity-Lyrik, wie sie artiger nicht einmal deutsche Großbanken vorzutragen verstehen, mit dem „subversiven“ Gedankengut der Saison gestreckt – und unversehens hat der Kapitalismus fertig. weiter
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Caster Semenya: wie aus einem Menschen ein „Fall“ wird
In den letzten Wochen gingen zahlreiche Berichte durch die Medien, die von einem „Fall Semenya“ sprachen. Um es kurz zu machen: Caster Semenya, eine südafrikanische Sportlerin, errang bei der Leitathletik-Weltmeisterschaft 2009 in Berlin die Goldmedaille beim 800-Meter-Lauf der Frauen.
Von einer erfolgreichen Sportlerin Caster Semenya bis zum „Fall Semenya“ war es in der medialen Berichterstattung nur ein kurzer Schritt. Ins Spiel gebracht wurde eine flache Brust, die Semenya durch Konkurrentinnen und mediale Berichterstatterinnen diagnostiziert wurde. Ein Mensch mit einer flachen Brust könne keine Frau sein. Die International Association of Athlethic Federations (IAAF), der weltweite Dachverband der Leichtathletik-Verbände, folgte diesem Ansinnen und beauftragte ein interdisziplinäres „Expertinnen“-Team das Geschlecht von Caster Semenya zu bestimmen – die Aussagen von Semenya, ihrer Eltern, von südafrikanischen Sportverbänden reichten hierfür offenbar nicht aus. mehr
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Denk'
mal an den unbekannten Deserteur!

Während in Hannover zum
Volkstrauertag regelmäßig den mordenden Nazis aus der
Wehrmacht gedacht wird, werden die vergessen, die tatsächlich
Mut hatten: die Deserteure! Das ändern nun einige Projekte,
vgl.: DFG-VK
Ortsgruppe Hannover /Ihme-Bote.
Zudem findet im Herbst 2009 findet im Historischen Museum der Stadt
Hannover eine Ausstellung zu Deserteuren statt. Ein Begleitbuch
zur Ausstellung ist bereits im Buchhandel erhältlich: Baumann,
U. (Hrsg., 2008): Was damals Recht war ...: Soldaten und Zivilisten
vor Gerichten der Wehrmacht. im BebraVerlag.
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Die Komplizenschaft verweigern:
Was beim „großen CSD-Finale“ in Berlin an jenem 19. Juni 2010 passiert ist, dürfte inzwischen allgemein bekannt sein; so viel ist seither über die Einzelheiten berichtet, so oft sind sie kommentiert worden. Etwa die entlarvende Ansage eines feisten Homofunktionärs von der Bühne am Brandenburger Tor herab an eine Gruppe queerer Migrant_innen – als sie Judith Butler mit Beifall für die Ansprache dankten, mit der sie eben den „Zivilcourage-Preis“ des CSD e. V. zurückgewiesen hatte, rief er ihnen zu: „Wir sind hier in der Mehrheit, ihr seid nur eine Minderheit.“ Der Eklat hat auf einen Schlag zum Hauptthema gemacht, was vom schwullesbischen Paradeweg in die sogenannte „Mitte der Gesellschaft“ jahrelang an den Rand der Aufmerksamkeit gedrängt worden war. Auf einmal geben sich die Medien nicht mehr mit dem zufrieden, was die Pressestelle des LSVD zum Bewusstseinsstand der Community verlautbart, sondern beginnen, genauer hinzuschauen – sogar die der Szene selbst. Und plötzlich haben es alle immer schon gewusst: Es gibt bei uns Rassismus. Weiterlesen!
Mehr Infos + VIDEO von Judith Butlers Auftritt! --> Hier!
Ein sehr schöner Beitrag findet sich bei DKP queer.
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Homophobe und rassistische Diskriminierungen
Eine neue Studie, auf die ein genauer Blick lohnt! Blicke hier auf die Jenaer Studie: "Doppelt diskriminiert oder gut integriert? Lebenssituation von Lesben und Schwulen mit Migrationshintergrund in Deutschland". >>>
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Parlamentsnotizen
Was passiert lesbisch, schwul und queer in der Republik? Ralf Buchterkirchen hat in der Zeitschrift "Rosige Zeiten" aus Oldenburg eine Serie gestartet, in der er regelmäßig (etwa quartalsweise) über neue Entwicklungen (Gesetzesvorhaben etc.) in Landes- und Bundespolitik in der Bundesrepublik Deutschland berichtet. Was passiert? Was ist in nächster Zeit zu erwarten? Die ersten zwei Beiträge finden sich hier:
Parlamentsnotizen I
Parlamentsnotizen II
Parlamentsnotizen III (NEU!! Juni/Juli 2010)
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„Sein ganzer Traum von Männlichkeit“.
Cem Yildiz sagt, wo es langgeht (rezensiert von Salih Alexander Wolter)
Cem Yildiz ist in Berlin-Schöneberg zu Hause, wo Trends für den schwulen Mainstream der Bundesrepublik gesetzt werden – nur beruflich war er lange Zeit „vom Outfit her eher Neukölln“ (S. 24). Heute ist er 31 und absolviert eine Ausbildung zum Heilpraktiker. Er bekundet, selbst nie ein Problem damit gehabt zu haben, auch auf Männer zu stehen, und sagt, er raste aus, wenn er mitbekomme, dass „Homos zusammengeschlagen, bedroht und blöd angemacht“ werden (S. 39). Wenn es ungewollt geschieht, wäre hinzuzufügen. Denn mit seinem Bericht Fucking Germany. Das letzte Tabu oder Mein Leben als Escort bietet er eine gänzlich andere als die in den Medien gepflegte Perspektive auf das Thema „Schwule als Opfer“ bzw. „hypermaskuline Jugendliche nichtdeutscher Herkunft“ als Täter. Doch Yildiz kann auf zuverlässiges empirisches Material zurückgreifen: Über ein Jahrzehnt gab er – der „kein Akademikerkind“ ist, aber „auch nicht aus einer Problemfamilie“ stammt (S. 216) – auf Bestellung „den ‚authentischen‘ knallharten Türkenmacker von der Straße“ (S. 13), in Berlin und auf Kurztrips auch andernorts im Land. Bezahlt wurde er dafür vor allem von homosexuellen Männern, und besonders gern buchten die ihn für die „Ghetto-Nummer“ (S. 24) – inszenierte Überfälle mit anschließender brutaler Vergewaltigung. Seine Erfahrung: „Je krasser die Filme und Klischees, die sie im Kopf haben, desto höher die Nachfrage nach dem wilden, gewalttätigen Ali.“ (S. 64) mehr
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...egal
ob Hetero, Bi oder Homo:
Safer-Sex!

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"Wollen
wir beide Mathe üben? Wir können dich und mich addieren,
unsere Kleider abziehen, unsere Beine teilen und uns dann mal
nehmen."
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gaaaanz
wichtige
- und bei jedem Aufruf neue -
Bemerkung zur Weltlage ;)
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Klima schützen - berechne Deinen
CO2-Ausstoß, beim WWF:
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