Die Bundeswehr ist kein "normaler Arbeitgeber"! - Bevor Du unterschreibst solltest Du das lesen (pdf), mehr gibts bei der DFG-VK. Wenn auch schwieriger, Du kannst auch als Zeitsoldat den Kriegsdienst verweigern - informier Dich u.a. bei der Zentralstelle KDV!

 

 

Ich mag es einfach vor mich hin zu träumen, von einer Welt,
in der ich leben kann wie ich möchte...

Ich mag es auf einer Wiese zu liegen, den Wind über mein
Gesicht streichen zu lassen...

Und einfach nichts zu tun, außer den Sternen
beim Träumen zuzusehen...

Und Deine Hand zu spüren, wie sie sacht
über meine Haut streicht...

 

Über sich selbst etwas zu schreiben ist ja meistens ein bisschen anstrengend - ich will es dennoch mal versuchen...

Also angefangen hat alles irgendwann einmal mit einer kleinen Pläre namens Heinz, die um genau zu sein 1979 sich aus der Enge eines Bauches befreite. Dies geschah in einem - naja viele würden jetzt sagen in einem beschaulichen Städtchen, ich würde sagen in kleinen provinziellen Kaff namens Ilmenau im Bezirk Suhl (ja damals war das noch in der DDR), also im jetzigen Thüringen. Doch dort blieben wir nicht allzu lange, was allerdings sicher nicht auf meine Proteste zurückzuführen war...

Als ich so etwa fünf Jahre war, zogen wir nach Dresden, wo ich dann auch die nächsten fünfzehn Jahre verbringen sollte. Ich ging dort in den Kindergarten, in die Schule, später auch in die Hochschule. Raufte mich mit meinen zwei Brüdern und machte sicherlich auch ansonsten eine Menge Stress...

Und nun warten ja sicherlich alle auf mein coming-out... das war dann auch mit 20. Ich hatte so im Oktober 1999 meinen liebsten Micha, was heißt meinen ersten Freund, kennengelernt, in den ich mich total verliebt hatte und mit dem ich dann auch das erste mal richtig mit bekam, wie schön es mit einem Mann sein kann... Allerdings war ich da in meinem Verhalten noch so verkrampft und konnte es einfach nicht nach außen zeigen, dass ich schwul bin. Dazu ist vielleicht zu sagen, dass ich es mir schon seit einiger Zeit eingestanden hatte vielleicht homosexuell zu sein - aber schwul doch ganz bestimmt nicht... na egal... anfang Dezember starb meine Oma und noch am gleichen Tag erhielt ich von Micha eine SMS, dass Schluss sei; ich wusste gar nicht worüber ich mehr heulen sollte - ich heulte halt erstmal und sackte dann die nächsten Tage in Discos ab, um durch den Krach mein Gehirn frei zu blasen. Ich traf mich aber auch mit Micha, der ganz viele tröstende Worte für mich fand und mir unheimlich beigestanden hat! Ich möchte Dir hier ganz herzlich für all das danken - ich hab Dich immer noch sehr lieb und finde es schön einen Freund wie Dich gefunden zu haben, der immer für mich da ist, wenn ich ihn wirklich mal brauche! Ich möchte selbiges auch für Dich sein! Danke Micha :-) !!!!

Anfang Januar outete ich mich dann bei meinen engsten Freunden - bei Frank, Johni und meinem Roten Bruder, die mir alle mit ihren Reaktionen sehr geholfen haben. Ich redete die ganze Zeit um den heißen Brei herum und zitterte am ganzen Körper, bis ich es herausbekam - Ich stehe auf Jungs! Gerade die Reaktion von Johni "Wissen es denn alle, dass Du schwul bist?!" hat mich in die Realität zurückgeholt und mir klar gemacht, dass das ja eigentlich genauso normal wie alles andere ist.

Und dann kam der Moment, da ich es auch meiner Familie sagen sollte. Ich kam gerade aus der Disco so gegen zwei Uhr und ging noch auf mein Zimmer. In der Disco hatte ich gerade zuvor ein paar Jungs angebaggert, die mir aber alle einen Korb gegeben hatten. Ich hatte den festen Entschluss gefasst, es meiner Mutti sagen zu wollen - und sie war auch noch wach, so dass ich nach einer halben Stunde hin- und herüberlege dann doch den Mut fasste zu ihr zu gehen und es zu sagen: Du wirst nie Enkelkinder von mir haben. Ich bin schwul! Sie war davon (wie zu erwarten) nicht sonderlich begeistert und meinte, dass ich erstmal studieren solle und es dann ja schon sehen würde... Meinte dann aber auch, ich solle mich schlafen legen und sie würde es meinem Vati schon verklickern. Der kam dann eines abends auch zu mir (mit ganz vielen Büchern) und meinte auch so, dass es schon ok wäre, aber dass ich erstmal studieren solle. Mittlerweile hat sich das Ganze ein wenig gelegt und sie kommen damit eigentlich ganz gut klar. Meine Brüder haben es beiläufig, der eine aus dem Internet und der andere von meiner Mutti mitbekommen...

Seit ich mich geoutet habe, habe ich mich vollkommen verändert. Ich bin ein ganz anderer, ein sehr offener, manchmal ein etwas aufdringlicher Mensch geworden, der kein Problem damit hat seine Schwulheit (mittlerweile hasse ich den Begriff Homosexualität) zu zeigen...